11 Tipps für weniger Plastik in der Küche

25. April 2018

Ihr Lieben, heute gibt es ausnahmsweise kein Rezept, sondern einen Beitrag zum Thema "Plastikfreie Küche", der mir sehr am Herzen liegt.
In den letzten Monaten hat sich in meiner Küche einiges verändert. Es sind sehr kleine Schritte und Maßnahmen hin zu weniger Müll und Plastik im Alttag, aber ein Anfang ist gemacht und ich bin sehr glücklich darüber.
Heute ist es genau vier Jahre her, dass ich mit dem Food-Bloggen angefangen habe und mit jedem Jahr wuchs mein Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit.
Begonnen habe ich mein Umdenken damit, dass ich inzwischen zu 80% saisonal koche, also mit den Zutaten, Obst und Gemüsen, die einem die aktuelle Jahreszeit in Deutschland gerade bietet. Höher will ich da gar nicht ansetzen, denn natürlich landen auch in meinem Einkaufskorb hin und wieder Gemüse aus der Tiefkühlabteilung oder vorgegarte Hülsenfrüchte.
Da wir selbst viel einkochen und einfrieren darf es im Winter auch mal ein Glas Kirschen zu den Waffeln geben und klar, auch ich konsumiere Lebensmittel, die hier in Deutschland nicht angebaut werden wie beispielsweise Zitrusfrüchte, Bananen, Reis, Kaffee oder Kakao. Der Großteil meiner Ernährung trägt jedoch inzwischen das Prädikat "saisonal". Schränke ich mich damit ein? Im Gegenteil! Jede Jahreszeit hat für mich ihre Highlights und so ist der erste Spargel, der erste frisch gebackene Erdbeerkuchen oder die erste warme, sonnengereifte Tomate vom Strauch ein  großer Genuss.



Doch selbst wenn ich mit meinem saisonalen und oft auch regionalen Einkaufsverhalten einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht habe, wird das nächste Problem nicht kleiner: die vielen Plastikverpackungen.
Versucht man in einem normalen Supermarkt vollständig plastikfrei einzukaufen, wird die Auswahl schnell sehr klein. Wohin man sieht, alles ist in Plastik verpackt! Selbst Gemüse, das die Natur wundersamerweise mit einer Verpackung namens Schale ausstattet, wird noch mit Folie umwickelt und eingeschweißt. Der Wahnsinn geht soweit, dass man inzwischen gekochte, geschälte Eier kaufen kann. Natürlich im Plastikbecher. Oder geschälte Mandarinen. Warum? Wozu?
In vielen Geschäften wird man tatsächlich schräg angeschaut, wenn man die obligatorische Gemüsetüte vermeidet und seine Äpfel lose in den Einkaufswagen legt.
Für diesen Fall habe ich wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel, beziehungsweise Netze aus Bio-Baumwolle dabei. Diese Beutel bekommt man für wenig Geld in verschiedenen Größen oder kann sie sich mit etwas Talent auch selbst nähen. Mein Baumwollbeutel kommt ebenfalls beim Bäcker zum Einsatz, wo man sich sehr freut, wenn ich ihn über die Theke reiche.
Beim Metzger ist das Verpacken in mitgebrachte Behälter schwieriger. Dieses Thema steht als nächstes auf meiner Liste, denn auch hier möchte ich die vielen Plastiktüten vermeiden. Hygienisch gesehen gelten bei Fleisch- und Wurstwaren jedoch strenge Vorschriften, die ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen kann. Wenn ich dann allerdings in unsere südeuropäischen Nachbarländer schaue, wo halbe Schweine offen auf dem Markt angeboten werden, dann frage ich mich wieder, wieviel Hygiene eigentlich noch gesund ist!?

Zurück zum Plastik in der Küche. Hier kommen meine 11 Tipps, wie man mit kleinen Veränderungen im Einkaufsverhalten, weniger Plastikmüll verursacht.

Worauf achte ich bisher bei meinem Einkauf?
  1. Obst, Gemüse, Brot und Brötchen in wiederverwendbare Stoffbeutel oder Netze (z.B. von EcoYou*) packen
  2. Produkte im Glas / in Glasflaschen denen in Dosen und Plastik / PET bevorzugen
  3. Trockenware wie Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Saaten, Müsli, Süßigkeiten im nahegelegenen "Unverpackt-Laden" kaufen (Bei 11iE findet ihr [HIER] eine lange Liste mit Unverpacktläden in Deutschland)
  4. Gewürze im Nachfüllpack kaufen und Zuhause auffüllen
  5. Wiederverwendbare Bambustücher* anstelle von Küchentuch (Zewa) kaufen
  6. Wachstücher (z.B von Bee's Wrap*) anstelle von Frischhalte- und Alufolie verwenden 
  7. Mehl und Saaten direkt von der Mühle / in Papiertüten kaufen
  8. Wurst und Fleisch frisch vom Metzger kaufen und Zuhause in Glasbehältern aufbewahren
  9. Käse am Stück an der Käsetheke kaufen
  10. Eier beim nächsten Geflügelhof in Bio-Qualität kaufen
  11. in eine normale Kaffeemaschine, einen Kaffeevollautomaten oder den guten alten Keramikfilter investieren, und DIE Plastiksünde schlechthin vermeiden: Kaffeekapseln!  
 
Eure Tipps (vielen Dank dafür):
  • Eierkartons wiederverwenden und zum Einkauf loser Eier mitnehmen 
  • Wiederverwendbare Spültücher aus Baumwolle kaufen (oder von Oma stricken lassen)
  • Brot im Römertopf lagern


Auf zwei Produkte aus meiner Liste, möchte ich nochmal näher eingehen, weil sie mich im vergangenen Jahr im alltäglichen Gebrauch absolut überzeugt haben. Als Ersatzprodukte für Frischhaltefolie und Frühstücksbeutel habe ich Wachstücher für mich entdeckt. Diese in Bienenwachs getränkten Leinentücher kann man verwenden um Reste abzudecken, kleine Gemüse- oder Käsestücke geruchsneutral zu verpacken oder um Sandwiches und Frühstücksbrote bis zum Essen einzuwickeln. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und sie halten im Dauergebrauch etwa ein halbes Jahr.
Auch meinen Gebrauch von Küchentüchern konnte ich dank wiederverwendbarer Bambustücher stark dezimieren. Die Bambustücher sind antibakteriell und können bis zu 20x gewaschen werden, bevor man sie entsorgen muss. Wie gesagt: kleine Veränderungen!

Ein weiterer Schritt war für mich, meine Vorratsbehälter auf Glas umzustellen. Damit kann ich Trockenware direkt einkaufen oder zumindest Nachfüllpackungen mit weniger Plastik wählen, weil ich Zuhause ein dauerhaftes Gefäß dafür habe. Gerade bei Gewürzen macht das viel Sinn und man kann vielen, kleinen Dosen den Weg in den Müll ersparen.
Auch Essensreste halten sich in Glas geschmacksneutraler, kühler und länger frisch. Inzwischen gibt es sogar bei Ikea eine große Auswahl solcher Glasboxen, die sich auch für Mikrowelle und Tiefkühler eignen.

Soviel zu meinen Maßnahmen in der Küche, um Plastikmüll zu reduzieren. Es gibt noch viel zu verändern und wenn ihr mögt, schreibt mir in den Kommentaren eure Ideen und Vorschläge für weniger Plastik im Küchenalltag. Gerne halte ich euch auf dem Laufenden, wie meine "Mission plastikfrei" weitergeht. Alles Liebe - eure Janke

    Kommentare:

    1. Liebe Janke,

      Ich wünsche dir alles erdenklich gute zu deinem Bloggeburtstag und freue mich schon auf viele weitere Soulfood Jahre. Dein Beitrag ist wirklich vorbildlich und mega interessant. Ich hab auch schon vor längerer Zeit alles auf Glas umgestellt. Beim einkaufen sollte ich mir aber unbedingt ein Beispiel an dir nehmen! <3

      Fühl dich fest gedrückt,
      Sarah

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    2. Liebe Janke,
      vielen Dank fürs Verlinken unserer Liste der Unverpacktläden. :-) Ich finde es super, dass Du Deine Küche nach und nach plastikfrei bekommst. Beim 10. Punkt könntest Du vielleicht noch ergänzen, dass man die Eier in mitgebrachte Eierkartons, die man immer wieder verwenden kann, verstauen kann. Viele Bioläden und Supermärkte bieten ja Eier lose an. Zum Spülen und Wischen verwenden wir in unserer Küche die Solwang Tücher aus Baumwolle. Die sind waschbar und langlebig. Wir bieten Sie auch in unserem Onlineshop an: https://shop.11ie.de/produkt-kategorie/haushalt/spueltuecher-solwang/
      Kennst Du die Spültücher?
      Liebe Grüße
      Elfie von 11iE

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    3. Liebe Janke,
      ich freue mich sehr über diesen Beitrag!
      Ich lagere mein Brot im Römertopf. Es hält sich tagelang frisch und benötigt keine weitere Verpackung.
      Liebe Grüße, Sonja

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    Über Feedback zu meinen Beiträgen oder einen Gruß freue ich mich sehr. Seid so nett und kommentiert mit eurem Namen. Fragen versuche ich zeitnah zu beantworten. Eure Janke

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