Doppelkekse mit Baiser

30. November 2020

Wie gut, dass ich die Fähigkeit besitze, über meine eigenen Missgeschicke und kleinen Doofheiten zu lachen. Einen solchen Gefühlsausbruch hatte ich erst gestern! 
Im Rahmen der Aktion "Koch mein Rezept" wurde mir in Runde drei die liebe Jenny zugelost. Jenny ist gebürtig aus Uruguay und so wollte ich unbedingt ein Plätzchen-Rezept aus ihrer Heimat nachbacken. Soweit kein Grund, vor Lachen in Tränen auszubrechen, denn bei Jenny findet man viele, köstliche Rezepte. Anders als es der Blogname vermuten lässt, wird auf "Jenny is baking" nicht nur gebacken, sondern auch herzhaft gekocht.
Es macht unheimlich viel Freude, Jennys vielseitige Küche zu entdecken, denn zu ihren Lebensstationen gehören (unter anderem) die USA, Kanada und nun die bayrische Hauptstadt München. Auch die kolumbianische Heimat ihres Mannes hinterlässt kulinarische Spuren auf dem Blog. Die "Red Beans" aus seiner Feder kamen direkt auf meine endlose Nachkochliste, genau wie Jennys Apfel-Cranberry-Mandel-Pie.
 
Ihr seid schon ungedulig und wollt nun endlich erfahren, warum ich mir gestern vor Lachen pfeifend den Bauch gehalten habe?
Es lag nicht an den 38 Fakten über Jenny, obwohl ich die auch sehr unterhaltsame finde und mir noch kein süßerer Berufswunsch als Crêpes-Verkäuferin untergekommen ist. 
Nein, es lag an meiner Abwandlung von Jennys Rezept für schokoladige Doppelkekse mit Baiser. Diese sind besonders beliebt in Uruguay und tragen den schönen Namen "Alfajores de Nieve".
 
Bei "Koch mein Rezept" sind wir immer herzlich eingeladen, die Rezepte unserer Tauschpartner zu interpretieren und abzuwandeln. Hier wollte ich jedoch wirklich nicht viel ändern -  die weiß glasierten Doppelkekse sahen einfach zu köstlich aus. Also habe ich lediglich die Füllung getauscht und statt der üppigen, in Südamerika sehr beliebten "Dulce de leche", eine Marmelade verwendet.
Als alle Kekse gebacken und aufeinander gestapelt waren, wollte ich schließlich wissen, was genau Alfajores bedeutet und die Antwort war nun endlich der Grund für meinen Lachflash:
Ich hatte Karamell-Plätzchen OHNE Karamell gebacken!
 
Liebe Jenny, ich hoffe, du kannst mir (der deutschen Kartoffel) verzeihen, dass ich deine Lieblingskekse auf diese Art und Weise entehre - falls es dich tröstet: sie sind unglaublich lecker und werden die Weihnachtstage wahrscheinlich nicht erleben! Trotzdem werde ich sie beim nächsten Mal mit Karamellcreme bestreichen - versprochen ♥

Alfajores - Doppelkekse aus Uruguay

Gugelhupf mit Birnen

15. November 2020

Zum heutigen (höchst offiziellen) Tag des Gugelhupfs, habe ich mich mit knapp 40 weiteren Backbegeisterten zusammengetan und auf Einladung von Tina (foodundco.de) Teig gerührt, abgeschmeckt und den Ofen angeworfen. Das Ergebnis ist ein wahrer Foodblogger-Flashmob für den Gugelhupf und ich bin mir sehr sicher, dass in unserer köstlichen Liste für jeden Geschmack der passende Kuchen dabei ist.

Von mir gibt es einen Gugelhupf mit Birnen und verschiedenen Gewürzen, der mit seinen Aromen wunderbar in die Herbstzeit passt. Dazu eine Tasse Kaffee oder ein warmer Kakao und die Welt ist für einen kleinen Augenblick ausgesperrt. Habt einen wundervollen Sonntag, ihr Lieben - eure Janke.

Birnen-Gugelhupf

Süße Schupfnudeln aus dem Ofen

8. November 2020

Sobald ich die Möglichkeit habe, ein Gericht süß ODER herzhaft umzusetzen, entscheide ich mich mit hoher Wahrscheinlichkeit für die pikante Version. 
Bei "All you need is.. Knödel" mache ich heute eine Ausnahme: es gibt süße Schupfnudeln aus dem Ofen.
Moment mal?! Sind Schupfnudeln (oder auch Fingernudeln) denn überhaupt Knödel? Jawohl, sind sie. Genau wie ihre italienischen Verwandten, die Gnocchi.
Das Wort Nudel war ursprünglich eine Abwandlung von Knödel; das erkennt man auch bei den beliebten Dampfnudeln. Der Name Schupf- oder Fingernudel bezieht sich alleine auf Form und Aussehen, nicht aber auf die Zusammensetzung (ich denke unweigerlich an die Diskussion um Veggieburger und Co.) -  der Wortteil Schupf kommt von schupfen, was „rollen"  oder "wälzen“ bedeutet. 
 
Nachdem wir uns also einig sind, dass meine Nüdelchen perfekt zum Thema Knödel & Klöße passen, bleibt nur noch die Frage offen: warum nicht herzhaft mit Zwiebeln, Kraut und Speck? Dafür kennen und lieben wir die Soulfood-Küche! 
Und ich sage: ihr müsst keineswegs traugrig sein, denn solange ihr die Zuckerdose im Schrank stehen lasst, könnt ihr die Schupfnudeln genausogut mit gedünsteten Zwiebeln, ausgelassener Wurst oder Sauerkraut genießen. Das Basisrezept für eure Lieblingsvariante bekommt ihr hier von mir und außerdem habe ich noch die Liste für 13 weitere Knödel-Kreationen für euch im Gepäck.
Habt einen wundervollen Sonntag - eure Janke

Süße Schupfnudeln aus dem Ofen

Vegetarischer Krautpudding

29. Oktober 2020

2020 lautete mein Ziel: noch weniger Wurst und Fleisch - her mit köstlichen Alternativen. 
Bisher läuft das Projekt super und dass ich nun sogar einen echten Soulfood-Klassiker in vegetarischer Form auf den Blog bringen kann, freut mich ganz besonders. 
Meine Damen und Herren: der Krautpudding!
Das Original fand bereits 2017 seinen Weg auf den Blog und mit Hackfleisch zubereitet, ist dieses Gericht seit Ewigkeiten in unserer Familie.
 
"Krautpudding" mag für einige von euch vielleicht erstmal seltsam klingen, aber im Grunde handelt es sich hierbei um eine gigantische Kohlroulade.
Meine Oma hat meistens Weißkohl verwendet, mir ist Spitzkohl am liebsten, da er dünnere Blätter hat, die sich besser schichten lassen.
In meiner heutigen Version, für unser Event "Saisonal schmeckt's besser im Herbst", habe ich außerdem noch Wirsing und Rotkohl ergänzt und freue mich riesig, wie schön das Ergebnis aussieht.
Ja, es ist ein aufwändiges Gericht - aber es lohnt sich, versprochen.
Ich verwende immer eine Form mit 2,5 Liter Volumen und die Menge reicht dann locker für 6-8 Personen, je nachdem welche Beilage man dazu isst.

Bunter Auflauf mit Kohl

Kürbis-Risotto

18. Oktober 2020

Dass ich mal bei einem "Pumpkin Boom" mitmache, einem Foodblogger-Flashmob für den Kürbis, hätte ich vor 5 Jahren noch für äußerst unwahrscheinlich gehalten. Auch dass es innerhalb einer Woche gleich 3x ein Kürbisgericht auf meinen Teller schafft und ich es mit Genuss verspeise, wäre mir damals mehr als abwegig erschienen.
Aber: Geschmäcker ändern sich manchmal auf wundersame Weise und so bin ich heute Teil der Kürbissause und kann berichten, dass es Anfang der Woche bereits einen Auflauf aus Spaghetti-Kürbis gab. Diese bauen wir inzwischen sogar im Garten an, denn er ist immer noch mein absoluter Lieblings-Kürbis. 
Für das heutige Event von Jana (Nom Nom food) und Nicole (Zuckerdeern) musste es jedoch der "Endgegner" sein: ein Hokkaido.

Oft ist er mir zu mehlig, ein anderes Mal zu nussig und irgendwie süß. Deshalb findet man bisher auch nur zwei Rezepte mit dem orangen Riesengewächs auf meinem Blog und eins davon zählt strenggenommen nicht, weil es eine Marmelade ist, die mehr nach Apfel als nach Kürbis schmeckt. 
Nun habe ich jedoch DIE Lösung für mich und den Hokkaido gefunden: ein cremiges Herbst-Risotto mit herrlichen Gewürzen und aromatischem Bergkäse. Dazu gibt es saftige Feigen und in Butter geschwenkte Pilze. Hokkaido - I got you!
 
Alle weiteren Beiträge zum Pumpkin Boom, habe ich euch unten verlinkt 🎃 

Cremiges Risotto mit Hokkaido-Kürbis

Flammkuchen: Himmel & Erde

11. Oktober 2020

Im vergangenen Jahr haben wir eine sehr schöne Tradition in unserer Familie eingeführt: der Samstag ist Flammkuchen-Tag. Jeder darf sich seinen liebsten Belag aussuchen und dann sitzen wir gemeinsam in der Küche, rollen Teig aus, belegen die Fladen, backen und essen gemeinsam.
Im Sommer kam es zu einer hitzebedingten Pause, aber seit zwei Wochen zelebrieren wir unseren Samstag wieder und knuspern uns ins Wochenende.
Dabei entstehen (je nach Saison) herrliche Neukreationen und so habe ich in meinem "Flammkuchen-Album" inzwischen über 50 Fotos.
Eigentlich könnte ich ohne Probleme einen Flammkuchen Pop-up-Store eröffnen - die Speisekarte steht *lach.
 
Für unsere Aktion "All you need is.." und dem Oktober-Thema "Äpfel", habe ich euch heute einen Flammkuchen à la "Himmel & Erde" mitgebracht.
Eine sehr köstliche und edle Resteverwertung für übriggebliebene Kartoffeln, obwohl diese natürlich nur die Basis für unseren Star des Tages bilden. 
Süß-herzhafte Kombinationen wie diese mag ich besonders gerne, die klassische Blutwurst dazu, ist natürlich optional. 
Die insgesamt 21 weiteren Beiträge meiner lieben Kolleg*innen habe ich euch unten verlinkt - stöbert euch unbedingt durch die leckere Auswahl an Apfelgerichten und habt einen schönen Sonntag.

Flammkuchen mit Apfel- und Kartoffelscheiben

Waffeln mit Kefir & gebräunter Butter

2. Oktober 2020

Da ist er: der Oktober! Und mit ihm kommen manche Dinge zurück ins Blickfeld, die wir seit April nicht mehr gesehen haben. Wollsocken, Übergangsjacken, Heizungsknöpfe, dampfende Teetassen, graue Wolken - hallo Herbst, ich mag dich trotzdem!
Und auch wenn ich gerne einen der vielen Sommergeburtstage zum Waffelbacken nutze damit mein Cloerchen* keinen Staub ansetzt, kommt es jetzt im Herbst wieder deutlich häufiger zum Einsatz. Wer sein Waffeleisen zwischenzeitlich sogar in den Keller verbannt haben sollte: her mit dem guten Stück, denn die heutige Mission lautet: 
fluffige Kefir-Waffeln mit gebräunter Butter backen und lauwarm genießen.
 
Mein Familienrezept für Buttermilchwaffeln und die Geschichte von Opa Karl kennt ihr bestimmt schon alle, oder? Die Kefirwaffeln werden genauso zubereitet, jedoch habe ich einige Zutaten ausgetauscht. Der braune Zucker sorgt zusammen mit der gebräunten Butter für eine feine Karamellnote; wer mag kann anstelle von Vanille auch etwas Zimt verwenden.
Der Teig lässt sich am besten in einem klassischen Herzchen-Waffeleisen ausbacken und geht dabei herrlich auf. 


Djuvec-Reis mit Ajvar

22. September 2020

Ein richtig guter Djuvec-Reis steht schon lange auf meiner Wunschliste für die Soulfood-Küche. Als hätte ich geahnt, dass mir für die zweite Runde von "Koch mein Rezept" die liebe Steffi von KochTrotz zugelost wird, habe ich dieses schnabulöse Reisgericht allerdings immer wieder aufgeschoben. 
Bei Steffi findet man nämlich so einige Köstlichkeiten aus der südosteuropäischen Küche, denn sie hat in eine serbisch-mazedonische Familie eingeheiratet. Ihren Beitrag über die traditionelle Ajvar-Produktion finde ich besonders lesenswert und so war ziemlich schnell klar: ich koche ihren veganen Djuvec-Reis mit ebendiesem Ajvar nach.
 
Ganz ähnlich wie ich, kam Steffi 2010, nach einer krankheitsbedingten Extremsituation zum Bloggen und ist inzwischen (anders als ich *lach) eine bekannte Größe unter den deutschprachigen Foodblogs. Als Hyperallergikerin richten sich ihre Rezepte besonders an Menschen mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Nahrungsmittel-Allergien. Zu diesem Thema hat sie inzwischen 3 Bücher veröffentlicht, die auch für Nicht-Allergiker*innen ein echter Gewinn im Kochbuchregal sind.
Wenn ich mir Steffis "Über-mich-Seite" durchlese, fühle ich mich ihr sehr verbunden und kann nachvollziehen, dass sich ihr Blog KochTrotz zu einer wahren Herzensangelegenheit entwickelt hat. Über gesundheitliche Probleme zu schreiben, hilft eben nicht nur Leidensgenoss*innen - das kenne ich sehr gut und möchte meine virtuelle "Therapie" ebenfalls nicht mehr missen.
Steffis Umgang mit ihrer gesundheitlichen Situation ist mir ein echtes Vorbild. Nachdem ich so intensiv in ihre Geschichte abgetaucht bin, schätze ich sie sehr und ziehe aus ihren Texten eine ganz neue, wertvolle Motivation. Ihr Wille, fundiertes Basiswissen zu erlernen und an Betroffene weiterzugeben, ist bemerkenswert.
Über 1000 Rezepte hat Steffi während der letzten Jahre in ihrem Archiv angesammelt und ich bin froh, dass mich ihr Djuvec-Reis ziemlich schnell, zwischen den vielen süßen und herzhaften Leckereien, angelächelt hat. Ansonsten hätte ich mich in einem Rezepte-Rausch verloren.
Da man an so klassischen Familienrezepten nicht rüttelt, habe ich kaum etwas an Steffis Zubereitung verändert. Warum auch, der Reis war unglaublich lecker und wird nun bestimmt öfter genau so gekocht.
 
Djuvec-Reis mit Ajvar
 
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