Kichererbsen-Brotaufstrich

20. Februar 2020

Ich liebe vegetarische Brotaufstriche! Meistens habe ich ein bis zwei Gläser im Anbruch und weitere auf Vorrat im Kühlschrank.
An den ersten Brotaufstrich, mit dem ich als Kind in Berührung kam, erinnere ich mich noch genau. Es war eine "Pastete auf Sojabasis" aus dem Reformhaus. Woanders gab es solche Sachen Anfang der Neunziger noch nicht zu kaufen. Damals ersetzte sie in meiner Familie regelmäßig die, bis dahin sehr beliebte, feine Kalbsleberwurst und wir aßen sie (nach kurzer Eingewöhnung) alle gerne.
Inzwischen findet man zahlreiche vegetarische Brotaufstriche und gemüsige Streichcremes in jedem Supermarkt, sodass für wirklich jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei ist.
Hausgemacht sind der Fantasie natürlich gar keine Grenzen mehr gesetzt und man kann sich sein liebstes Aroma ratzfatz selbst aufs Brot zaubern.

Als Basis für vegane Leckereien, eignen sich Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, und Kidneybohnen sowie Tofu prima - man kann aber auch reine Gemüseaufstriche zubereiten.
Würze und Abwechslung bringen Kräuter, Saaten und Nüsse. Oder kombiniert doch einmal Obst und Gemüse! Ihr seht, an der Brotbelag-Front gibt es viel zu entdecken.
Beginnen wir heute mit einem orientalischen Kichererbsen-Aufstrich in den ich drei meiner Lieblingsgewürze gepackt habe: Kreuzkümmel, Zimt und Curry.  

vegetarischer Kichererbsen-Brotaufstrich

Zutaten für 1 Glas: 
  • 250g gegarte Kichererbsen
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3-4 EL Tomatenmark / passierte Tomaten
  • 1 EL Öl (hier: Rapsöl oder gemischtes Pflanzenöl)
  • Salz & Pfeffer
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Honig*
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 1 gestrichener TL Kreuzkümmel
  • 1-2 TL Curry (hier: indisch/scharf)
  • frische Kräuter, z.B. Dill (optional)

Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln und in Öl anschwitzen. Zimt, Kreuzkümmel und Curry für einen intensiveren Geschmack, kurz mit anbraten, ansonsten später die Masse damit würzen.

Alles in einen Mixer oder Blender geben und cremig pürieren. Ich mag es gerne, wenn noch einige Stückchen übrig bleiben, man kann den Aufstrich aber auch ganz glatt pürieren.
Sollte er zu brösilig bleiben, noch etwas Tomatenmark oder Öl hinzu geben.

In ein steriles Glas abgefüllt, hält sich der Aufstrich mindestens eine Woche im Kühlschrank und schmeckt besonders gut auf geröstetem Brot.

*Für eine vegane Variante einfach braunen Zucker anstatt Honig verwenden.

Dieses Rezept eignet sich sehr gut für Menschen mit Rheuma, die gerne mal auf Wurst und Käse verzichten und einen vegetarischen Brotaufstrich genießen möchten.

Brotaufstrich aus Kichererbsen


Herzhafter Hefezopf mit Bolognese-Sauce

14. Februar 2020

Am heutigen Tag der Floristen und Tankstellenshops möchte ich euch einen alternativen Vorschlag unterbreiten, wie ihr euren Liebsten eine Freude machen könnt. 
Verschenkt doch einfach mal Zeit. Zeit für ein richtig schönes Essen. Oder kocht gemeinsam. Schnippelt die Zutaten, nascht währenddessen davon und genießt mit allen Sinnen, ohne dabei auf die Uhr zu sehen.
Gemeinsame Zeit ist so kostbar und wisst ihr was? Man kann sie das gesamte Jahr über verschenken. Nicht nur heute. Nicht nur, weil man mal wieder "sollte".  Ein gemeinsames Essen wärmt nicht nur den Bauch, sondern auch die Seele. Versprochen!

Ganz besonders, wenn es eine köstliche Tomatensauce und Käse enthält! Viel Käse! 
Dann steht der amore nichts mehr Weg. Und hey, ein Blümchen passt trotzdem noch auf den Tisch. In diesem Sinne: einen schönen Valentinstag euch allen.

Hefezopf mit Bolo und Käse

Fastnachts-Kreppel aus Mittelhessen

9. Februar 2020

In meinem letzten Beitrag habe ich euch kulinarisch nach Syrien entführt, heute bleibe ich mit meinem Rezept in der Heimat. Diese befindet sich im schönen Mittelhessen an der Lahn und ich habe euch inzwischen so viele Klassiker aus meiner Gegend vorgestellt, dass ich für unsere Aktion "All you need is.." ordentlich ins Grübeln kam.
Unsere traditionelle Heimatküche ist sehr deftig. Im Winter spielen Fleisch, geräucherte Wurst, Kohl und Wurzelgemüse in vielen Rezepten eine wichtige, oft geschmacksgebende Rolle. Ein tolles Beispiel dafür, ist der Krautpudding, den man wahlweise mit Weiß-, Rotkraut oder Wirsing zubereiten kann. 
Auch bei den regionalen Kuchen-Leckereien geht es eher rustikal zu. Der "Schmierschelkuche" kommt mit einem Boden aus Brotteig daher, während der "Bodderlochkuche" aus Hefeteig zwar süß aber trotzdem auch ein "Auf-die-Hand-Kuchen" ist. 
Beim Blättern durch Omas Backbuch bin ich dann schließlich auf einen süßen "Winter-Klassiker" gestoßen, den ich euch hier auf dem Blog bislang vorenthalten habe: 
Fassenachts-Kreppel.
Ja, hier zwischen Gießen und Wetzlar sagt man weder Karneval, noch Fasching, sondern Fassenacht oder "Fassenoacht". Und Kreppel? Na, das sind unsere Berliner. Etwas kleiner und gefüllt mit "Hoink" (Pflaumenmus aus dem Ofen).
Mir schmecken übrigens, früher wie heute, die mitunter sehr lustigen Reste, die beim Ausstechen des Teiges entstehen, immer am besten. Wenn ihr Kinder habt, backt diese "Zwischenräume" unbedingt so aus, wie sie sind. Beim Essen kann man dann der Fantasie freien Lauf lassen und gemeinsam überlegen, was die kleinen Gebäckstücke darstellen. 

Kräppel mit Hoink von Jankes Soulfood

Mohn-Grieß-Kuchen

5. Februar 2020

Ihr Lieben, heute möchte ich euch mit einem Kuchenrezept nach Syrien entführen. Von dort stammt Malakeh Jazmati, die mit ihrem Buch "Sehnsuchtsrezepte aus meiner syrischen Heimat", eins meiner liebsten Kochbücher der vergangenen Jahre geschrieben hat.
Der Grießkuchen mit Mohn ist schnell vorbereitet, denn Malakeh wiegt ihre Zutaten mit einem Glas ab. Ich kleiner Kontrollfreak musste natürlich alles wiegen und fein säuberlich für euch aufschreiben.
Es ist schon komisch, beim Kochen bin ich immer völlig zwanglos und schmeiße mitunter Zutaten in Topf und Pfanne, wie eine trankbrauende Kräuterhexe. Beim Backen hingegen, besonders bei Rührteigen, habe ich im wahrsten Sinne "Gewichte" im Kopf.
Einerseits ist es gut, gewisse Anhaltspunkte für Zusammensetzungen von Teigen so abrufen zu können, andererseits wäre ich vermutlich nie auf ein Kuchenrezept mit Grieß, Blaumohn, Joghurt und Orangensaft gekommen.

Vorsatz für 2020: ein bisschen mehr Malakeh!
Oder es wieder öfter machen, wie meine Oma es mir einst beibrachte: "Ein Putchen Salz, ein Schlückchen Milch, Mehl soviel der Teig aufnimmt.." - ein Albtraum für mich, als ich damit begann, ihre Rezepte aufzuschreiben - perfekt jedoch, um das richtige Gespür fürs Kochen und Backen zu bekommen. 

Mohn-Grieß-Kuchen - Jankes*Soulfood

Stamppot mit Grünkohl

30. Januar 2020

Saisonal schmeckt's besser, findet ihr nicht auch? Mit unserer gleichnamigen Aktion gehen wir nun bereits ins dritte Jahr und ich freue mich riesig, dass sich heute beinahe die gesamte Eventgruppe versammelt hat, um das Wintergemüse zu feiern. Mitnichten muss das Essen in den kalten Monaten nämlich so trist aussehen, wie das Grau vor unseren Fenstern.

Aktuell Saison haben:
Brunnenkresse, Chicorée, Cime di Rapa, Feldsalat, Grünkohl, Lauch, Meerrettich, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Portulak, Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Topinambur und Wirsing.
Zugegeben, hier bewegen wir uns lediglich von weiß über hellgelb hin zum grünen Farbspektrum, aber  kombiniert mit heimischen Gemüsen, die über den Winter gut gelagert werden können, wird es schon deutlich fröhlicher auf dem Teller. Karotten, Radicchio, Rote Bete und Rotkohl sind also nicht nur lecker und gesund, sondern sorgen auch für Farbe.

Als Begleiter zu meinem Grünkohl, habe ich mich für orange entschieden. Niederländischer Stamppot - oranje - da kann im Grunde nichts mehr schiefgehen! Die Süße der Karotten passt unwahrscheinlich gut zum Grünkohl, der für mich wie eine Mischung aus Spinat und Wirsing schmeckt. Dazu noch der salzige Feta in Nusskruste und fertig ist ein einfaches, oberleckeres Winter-Soulfood. Eet smakelijk!

Stoemp mit Grünkohl

Kaffee-Sahne-Pudding

15. Januar 2020

Seit einigen Monaten habe ich das Foto einer fein gestreiften Schokoladentorte auf meinem Handy gespeichert, weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, einen Pudding mit diesem Muster zuzubereiten. Ich habe mir eine tolle alte Form gekauft - und in den Schrank gestellt. Kleine Förmchen gekauft - und ebenfalls in den Schrank gestellt. Gemeinsam mit Steph von Kleiner Kuriositätenladen und Nadine vom Möhreneck habe ich Pläne für ein Puddingevent geschmiedet und dann der Schock: Steph erhielt zum zweiten Mal in ihrem Leben die Diagnose Krebs. Sie, genau wie Nadine, ist in all den Foodblogjahren zu einer engen Freundin geworden, mit der ich nicht nur übers Kochen plaudere, sondern über nahezu alles! Auch wenn uns hunderte von Kilometern trennen, mit einem Klick am Computer oder Tablet sind wir uns nah und wenn wir mal einen Tag nicht kurz "schnacken", fehlen mir die beiden Hühner schon wieder!
Einen lieben und nahen Menschen mit solch einer Diagnose belastet zu wissen, bricht einem das Herz. Umso glücklicher bin ich darüber, dass Steph nun nach einer Pause wieder mit großer Leidenschaft ihren "Laden" aufgemacht hat und wir eine kleine Puddingparty feiern.
Endlich hat mein gestreifter Kaffee-Sahne-Pudding seinen großen Auftritt und befindet sich in bester Gesellschaft. Schaut mal hier:

Kleiner Kuriositätenladen | Butterscotch-Pudding mit Salted Caramel 
Möhreneck | Veganer Karamellpudding

Gestreifter Pudding mit Kaffeegeschmack

Linsenbällchen in Kokos-Currysauce

12. Januar 2020

Ihr Lieben, ich hatte es ja im letzten Beitrag bereits angekündigt: Jankes*Soulfood wird 2020 überwiegend vegetarisch. Wie passend, dass es bei unserem monatlichen Foodblogger-Event "All you need is.." heute um das Thema Hülsenfrüchte geht -
die kleinen Proteinlieferanten eignen sich nämlich perfekt, um Fleisch oder Wurst in einer Mahlzeit zu ersetzen.
Als Hülsenfrüchte werden Samen von Pflanzen bezeichnet, die in einer Hülse herangewachsen sind. Dazu gehören u.a. Erbsen (Palerbsen, Kichererbsen), Bohnen (z.B. weiße, rote und schwarze), Kidneybohnen, Sojabohnen/Edamame, Mungbohnen, Dicke Bohnen, alle Linsen, Lupinensamen und Erdnüsse.

Hülsenfrüchte enthalten viel Eiweiß, wichtige Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die als entzündungshemmend gelten. Damit sind sie eine tolle Bereicherung in jedem Speiseplan und auch für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen (ausgenommen Gicht!) bestens geeignet.
Bei meinem heutigen Rezept wird man auch als Fleischesser wenig vermissen, denn die pikanten Linsenbällchen in Currysauce sind sehr sättigend und das perfekte Winter-Soulfood. Im Anschluß findet ihr wie immer die Links zu den anderen Teilnehmern - stöbert euch unbedingt durch die köstlichen Beiträge und holt euch Inspiration für eure Küche. Vielleicht serviert ihr in der nächsten Woche einfach mal... Hülsenfrüchte?
Habt es lecker - eure Janke

Linsen-Bällchen in Kokos-Currysauce

Rotkohl-Rouladen mit Kichererbsen-Füllung

5. Januar 2020

Ihr Lieben, ein neues Jahrzehnt hat begonnen und ich hoffe, ihr hattet einen glücklichen Start in die 2020er.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, im neuen Jahr nicht mehr zurückzublicken oder hier ein Résumé zu texten, denn ich habe mich am Silvesterabend überraschend emotional mit den vergangenen Jahren ausgesöhnt. Dass ich nun aber deutlich positiver in die Zukunft schaue, als noch zu Beginn des letzten Jahres, liegt an vielen Entscheidungen, Erfahrungen und Begegnungen der Vergangenheit.
Die 2010er waren leider geprägt von meiner Erkrankung, schmerzhaften Abschieden von Lieblingsmenschen, Lieblingstieren und beruflichen Träumen. Immer wieder musste ich die Zähne zusammenbeißen und mich aus tiefen, seelischen Löchern hochziehen. Dabei habe ich bestehende Freundschaften und meinen familiären Zusammenhalt als unendlich wertvoll empfunden und möchte mich an dieser Stelle bei euch bedanken ♥ Ihr seid mein Anker, wenn ich in stürmischen Gewässern unterwegs bin!

Natürlich war nicht alles trist und schlecht! In meiner schlimmsten Krise enstand dieser Blog und ich hätte damals nicht im Traum daran gedacht, wieviel Sinn Jankes*Soulfood meinem Leben geben würde. Aus der reinen "Beschäftigungsmaßnahme" wurde inzwischen ein kleines Gewerbe. Ich durfte ein Buch für Menschen mit Rheuma herausbringen, schreibe seit zwei Jahren eine Rezeptkolumne für die Rheumaliga Deutschland und bin Ansprechpartnerin für junge Rheumatiker in Mittelhessen. Auf diese Art versuche ich meiner eigenen Erkrankung das Beste abzugewinnen und was soll ich sagen: es erfüllt und macht mich sehr glücklich! 

Meine Ernährung und das damit verbundene Konsumverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und ich danke euch Lesern für die Begleitung auf meiner kulinarischen Reise.
Ich hoffe, ihr bleibt mir auch 2020 treu, wenn ich euch nun sage, dass es dieses Jahr viele vegetarische Gerichte auf Jankes*Soulfood geben wird.
Warum, wieso, weshalb, werde ich euch in einem der nächsten Beiträge verraten.
Heute gibt es einen kleinen Vorgeschmack, denn ich habe die klassische Kohlroulade einfach mal mit Kichererbsen gefüllt und zwei fruchtige Beilagen zubereitet.
Wäre das ein Rezept für euch, oder bevorzugt ihr es eher traditionell?
Ich bin gespannt - eure Janke

vegane Rotkohl-Rouladen

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